Märkische Schweiz

Eine private Einladung führte mich unlängst in die Märkische Schweiz und ich hatte mich dafür entschieden, die Fahrt dorthin mit meinem Wohnwagen durchzuführen. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort in der Nähe des Besuchsortes stieß ich auf den Ort Buckow und im Zusammenhang damit auch auf den Namen Theodor Fontane, der den Ort und die Gegend in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ beschreibt:

Der Schermützelsee von Nordosten gesehen

 

 

"Buckow hat einen guten Klang hierlands, ähnlich wie Freienwalde, und bei bloßer Nennung des Namens steigen freundliche Landschaftsbilder auf: Berg und See, Tannenabhänge und Laubholzschluchten, Quellen, die über Kiesel plätschern, und Birken, die vom Winde halb entwurzelt, ihre langen Zweige bis in den Waldbach niedertauchen."

Am Ufer des Großen Klobichsees

 

 

Dort ganz in der Nähe gibt es den Campingplatz „Großer Klobichsee“, mitten in einem Naturschutzgebiet gelegen, und die Umgebung lässt sich nicht besser beschreiben, als just zuvor geschehen.

Stellplatz Gr. Klobichsee

 

 

Der Platz selbst hat – seine Einrichtungen betreffend - noch etwas von dem Charme vergangener Zeiten. Entschädigt wird man aber durch die überaus freundliche Aufnahme und – wie schon angedeutet – durch die geradezu entzückende landschaftliche Umgebung.

Der Große Klobichsee von seiner idyllischen Seite

 

 

"Tannen und Lärchenbäume fassen zu beiden Seiten die Hügelabhänge ein, Buchen und Birken sind in das Nadelholz eingestreut, der Kuckuck ruft, der Bach plätschert und auf dem frischen Rasen, der das Wandern so leicht macht, liegen die Tannenäpfel oder spielen die Schatten und Lichter der Nachmittagssonne."

Schlossbrücke in Buckow

 

 

Natürlich stattete ich der bereits oben erwähnten Stadt Buckow einen Besuch ab und musste schmunzeln über das, was Fontane über diesen Ort vor mehr als 150 Jahren schrieb.

Kirche zu buckow

 

"Ja, Buckow ist schön, aber doch mit Einschränkung. Es hängt alles davon ab, ob wir Buckow die Gegend oder Buckow die Stadt meinen; – allen Respekt vor jener, aber Vorsorge gegen diese. Seine Häuser kleben wie Nester an Abhängen und Hügelkanten und sein Straßenpflaster, um das schlimmste vorwegzunehmen, ist lebensgefährlich. ……"

Rathaus zu Buckow

 

 

"Buckow war einmal wohlhabend, aber das ist lange her. Im vierzehnten Jahrhundert, auch später noch, blühte hier der Hopfenbau und gab dreiunddreißig Hopfengärtnern reichliche Nahrung. Sie gewannen jährlich weit über tausend Wispel und der Buckower Hopfen war es, der dem Bernauer Bier zu seinem Ruhme half."

Schlosspark von Buckow

 

 

Die Zeichen des ehemaligen Wohlergehens werden jedoch liebevoll gepflegt, und so thront über allem die mächtige Kirche; das Portal des Rathauses ist eine Augenweide; und der Schlosspark lädt zum Spazieren ein und fungiert als Naturlehrpfad. Der größte Anziehungspunkt ist wohl aber der Schermützelsee.

Ostteil des Schermützelsees

 

"An der konkaven Seite des Sees, ziemlich genau an der Stelle, wo sich das hügelige Erdreich in den See hineinbuchtet, liegt die Stadt, von der aus sich in kürzester Zeit und mit leichtester Mühe die verschiedensten Ausflüge in die Umgegend ermöglichen. Alle diese Ausflüge, verschieden wie sie sind, lassen sich nichtsdestoweniger in drei ganz bestimmte Gruppen bringen: in Spazierfahrten über den See, in Besteigung des Bollersdorfer Plateaus und in Wanderungen durch die Täler und Schluchten der nach Nord und Ost hin gelegenen »Märkischen Schweiz«."

Vom Uferwanderweg in Waldsieversdorf offenbaren sich schöne Ausblicke auf den Gr. Däbersee.

 

Doch auch wenn man sich nach Süden wendet, findet man liebenswerte Ortschaften, wie das kleine Waldsieversdorf, das bei Fontane keine Erwähnung findet. Besonders eindrucksvoll ist der Große Däbersee mit seinen von hohen Laubbäumen bewachsenen Ufern. Kleine Lichtungen erlauben malerische Ausblicke auf den See und den gegenüberliegenden Waldessaum.  

Still ruht der Große Däbersee

 

 

"……das Auge aber, wohin es auch durch die Mannigfaltigkeit des Bildes gelockt werden möge, kehrt immer wieder auf den rätselvollen See zurück, der in genau zu verfolgenden Linien unter uns liegt."

Vorgarten in Waldsieversdorf - der Katze gefällt's anscheinend auch.

 

 

 

Bei so viel natürlicher Schönheit wundert es nicht, dass auch der Mensch das seinige dazu beiträgt, den Ort als Schmuckstück erscheinen zu lassen.

 

Dorfkirche zu Münchehofe

 

 

 

Die Dorfkirche von Münchehofe grüßt auf dem Rückweg zum Campingplatz, und dort angekommen, erfrischt ein kühles Bad im weichen Wasser des Gr. Globichsees.

Hier hat ein Biber "Holz gemacht"

 

Der abendliche Spaziergang in das angrenzende Naturschutzgebiet, dessen Naturbelassenheit am besten mit dem Wort „Urwald“ umschrieben ist, rundet den Tag  mit Bildern aus der Natur ab; die scheue Nachtigall, die ihr Lied in den Abend hinaus schreit, die Ricke, die zu ihrem abgelegten Kitz zurückkehrt, der Biber, der für seine Bauwerke Material macht.

Und langsam senkt sich die Nacht über Wald und See, und friedliche Stille hält Einzug.

Ekkehard Soldat

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